Befriedetes Besitztum

Alte Fabrikanlagen, verlassenes Militärgelände, stillgelegte Bahngebäude oder auch nur einfache Gebäuderuinen haben ihre besonderen Reize und laden förmlich zu Entdeckertouren ein. Auf dem ersten Blick könnte man meinen, dass diese Anlagen aufgegeben und frei zugänglich wären, aber dieser Schein trügt. Abgezäuntes Gelände oder Gebäude bzw. Gebäudefragmente ist befriedetes Besitztum und sind somit in 99 % aller Fälle Privateigentum.

Wer solche Anlagen ohne ausdrückliche Genehmigung des Eigentümers betritt, begeht den klassischen Hausfriedensbruch. Wird bei einer solchen Tatausführung auch noch ein Messer mit sich geführt, zählt dies als bewaffnet und der Straftatbestand des bewaffneten Hausfriedensbruchs ist erfüllt. Wird beim Betreten oder während des Aufenthaltens des Privatgrundes etwas kaputtgemacht, kommt der Straftatbestand der Sachbeschädigung hinzu. Und wird auch noch etwas entwendet, was man für sich als Souvenir behalten möchte kommt hier noch der Diebstahl hinzu.

Es ist eindeutig, dass Geocaching an solchen Orten nichts zu suchen hat – Caches werden hier auch nicht genehmigt. Möchte man sich trotzdem solche Lost Place einmal ansehen, muß man sich um eine Genehmigung des Eigentümers bemühen. Fragen kostet nichts und oft stehen die Chancen für eine Genehmigung gar nicht so schlecht. In der Genehmigung ist das Verhalten auf dem Gelände, sowie die Haftungsausschlüsse bei Unfällen geregelt.

Oft gibt es bei verlassenen Gebäuden oder ehemalige Militäranlagen örtliche Interessen-vereine oder Dokumentationsstellen, die für die Öffentlichkeit Führungen anbieten. Hier lohnt sich schon vorab eine Recherche im Internet.

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