eGCA für Biltema-/Angel-Caches

Bemerkenswert sind die immer öfter aufkommenden Biltema- oder Angel-Caches, die sich in 5-10 Metern Höhe auf Bäumen oder an Laternen befinden und sich nur mit Hilfe einer langen Angelrute oder Teleskopstange bergen lassen. Die Schwierigkeit besteht nicht nur, den Cache zu bergen, sondern ihn auch wieder an die ursprüngliche Stelle zurück-zuhängen. Die Angel-Caches kennzeichnen sich dadurch, dass sie meistens eine D5/T2-Wertung oder höher haben. Wie man seine eigene Ausrüstung für diese Art von Caches erweitert, wollen wir Euch in dieser kleinen Anleitung zum Bau eines Biltema-Tools zeigen. Viel Spaß beim Nachbau!

Fieberglasrute / Fieberglasmast

Unser Biltema-Tool entstand aus einer vorhandenen Angelrute a la “Werkzeugkiste” von 6,30 Metern Länge, die wir für unsere Zwecke umgebaut haben. Solche Angelruten sind mit einer Länge von bis zu 8,00 Metern einigermaßen günstig im Anglerzubehör erhältlich. Für Caches bis zu 8 Metern Höhe war das Bergen kein Problem, in größerer Höhe geht es nur mit Leiterunterstützung, und darüber bleibt nur der no Found-Eintrag im Logbuch.

Längere Angelruten gibt es natürlich auch, aber die bestehen aus Kohlefaser und sind für unsere Zwecke zu teuer. Schiebestangen aus Aluminium sind zu schwer und unhandlich. Günstiger sind die Schiebemasten aus Fieberglas, die in unterschiedlichen Längen (bis zu 15 Meter!) für den Amateurfunk (WiMoDX-Wire) angeboten werden.

Die angebotenen Schiebemasten aus dem Amateurfunk unterscheiden sich in der Länge von 10 bis 12 Metern, sowie  den Packmaßen von ca. 68 cm bis  134 cm und liegen z. Zt. zwischen 60 – 100 Euro. Für den Einsatz beim Geocaching muß die Rutenspitze durch etwas “Heimarbeit” modifiziert werden.

Rutenaufsatz

Da die Rutenspitze zu wackelig ist, wird der Rutenboden geöffnet und die beiden obersten Rutensegmente herausgenommen. Dies ist ausreichend, sollte allerdings die jetzige Spitze immer noch zu flexibel sein, ist das Segment mit einer Säge zu kürzen (Sägestelle mit Tape umwickeln). Wir haben das Segment so gekürzt, dass sich eine M6 Gewindestange, umwickelt mit 1-2 Lagen Tape-Band gerade noch so hineinschieben läßt. Auf diesen Spitzenaufsatz wird dann der Haken aufgeschraubt.

Auf die Gewindestange (4,00 cm) wird auf etwa 1,00 cm eine M6 Schraubenmutter aufgedreht. Das lange Gewindeteil und die aufzunehmende Fiberglashülse werden gesäubert, mit Tapeband umwickelt (es soll stramm in der Hülse liegen), mit einem “Superkleber” eingestrichen und die Teile zusammengefügt (einschieben der Gewindestange in die Fiberglashülse bis zur Schraubenmutter).

Hakenkonstruktionen

Bei den Haken sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Vom Kleiderbügelhaken bis hin zur selbst gebogenen Kreation ist alles erlaubt, was zum Bergen funktioniert. Die Befestigung erfolgt durch den M6 Schraubverbinder, der fest auf der Rutenspitze sitzen sollte (s. Fotostrecke). Bewährt hat sich bei uns ein Hakenaufsatz aus zwei Zeltheringen.

Die Hakenseiten der Heringe werden zu Ösen gebogen und auf eine Gewindestange von etwa 3,00 cm mit Unterlegscheiben und Schraubenmuttern zusammengeschraubt. Die Heringe werden jeweils auf 11,00 cm gekürzt und etwa in der Hälfte auf 40 Grad leicht angebogen. Es sieht etwas wuchtig aus, aber Ihr habt in großer Höhe gute Rangiermöglichkeiten.

Vereinzelt trafen wir auf Petlinge, die sich in 6-8 Meten Höhe an Laternenmasten befanden. Das Bergen ist kein Problem, da der Magnet des Caches auch auf dem Hakenaufsatz haftet. Das Zurücklegen erfolgt dann durch das vorsichtige Hochschieben am Mast. Idealer ist hier ein Rutenaufsatz aus einen Stück PVC-Rohr mit Rohrabschluß und aufgeschnittener Seite für den Magneten.

Diesen Tip bekamen wir während eines Biltema-Ausfluges von Babbelnase – an dieser Stelle unseren Dank. Mit diesem Aufatz kann der Cache dann einfach wieder an die ordnungsgemäße Stelle – ganz im Sinne des Owners – zurückgelegt werden.

Praxistipps

Achtet darauf, dass Ihr beim Ausschieben der Rute/des Mastes die Elemente fest miteienander verbindet. Sollten die Elemente nicht fest herausgezogen sein, kommt Euch durch das Eigengewicht der ganze Segen auf halben Wege zurück, knallt gegen den Rutenboden und bricht ihn durch. Ist dies einmal passiert, kann man sich dadurch helfen, dass man das Rutenunterteil mit Tape / Panzerband fest umwickelt.

Beim Bergen und Zurückhängen der Caches entwickelt im Laufe der Zeit Jeder für sich selbst die eigene Technik. Vielleicht an dieser Stelle noch den Hinweis, das Wetter etwas im Auge zu behalten. Wenn es windig ist, erschwert sich der Einsatz bei dieser Cacheart um ein vielfaches und man sollte sich überlegen, tasächlich auf „besseres Wetter“ zu warten.

Bei zahlreichen Trails mit versteckten Angelcaches ist die Benutzung von Kraftfahrzeugen nicht gestattet. Hier geht es dann nur zu Fuß oder besser mit dem Fahrrad weiter.

Um nun das Biltema-Dingsda vernünftig am Fahrrad zu verstauen, besuchte ich mal den Baumarkt meines Vertrauens. Für etwa 15,00 Euro Kleinteile und 1,5 Std. Heimarbeit entstand hierfür eine kleine Halterung. Siehe hierzu das Foto unten.

Nachdem dann alles fest ist, kann es dann losgehen – Happy Hunting!

Stückliste Angelrute

  • Angelrute / Fieberglasmast
  • Gewindestange M6
  • Schraubenmutter M6
  • Schraubverbinder M6
  • Allzweckkleber Uhu Hart o. ä.
  • Tape/Panzerband
  • Stahldraht oder Zeltheringe (Rutenaufsatz)
  • Unterlegscheiben (Rutenaufsatz)
  • PVC-Rohr mit Abschluß (Rutenaufsatz)

Stückliste Fahrradhalterung

  • PVC-Rohr, Länge etwa 0,80 m, Durchmesser je nach Rutenstärke
  • 2 Rohrschellen, passend zum PVC-Rohr, mit Wandgewinde
  • 2 Rohrschellen, passend zum Gepäckträgergestänge, mit Wandgewinde
  • ggf. Gummistreifen für Durchmessedrausgleichb

Bezugsquellen

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  • Biltema
  • Biltema - Laterne
  • Biltema06
  • Biltema01
  • Biltema02
  • Biltema03
  • Biltema04
  • Biltema05
  • Hakenaufsatz
  • 16c2404ce5dd563860341f318f43f41e
  • Zubehör
  • Fahrrad

3 Kommentare zu eGCA für Biltema-/Angel-Caches

  1. Martin (janewaypi110) sagt:

    Hi Nordwind,
    mit großem Interesse habe ich deine Anleitung zur Angelrutenmodifikation gelesen und am Samstag fast 1:1 umgesetzt. Gestern konnte ich dann gleich die neue ECA testen. Zuerst habe ich einen Petling auf ca. 8m Höhe in einem Baum platziert und eine Listing dazu eingereicht. Leider wurde es noch nicht veröffentlicht. Anschließend sind wir selbst cachen gegangen und konnten mit der Rute gleich zwei neue D/T-Kombinationen in der 81er Matrix füllen. Jetzt fehlen nur noch sechs.
    Vielen Dank und vielleicht bis bald im Wald.

  2. Wolf sagt:

    Hallo,

    inzwischen gibt es Stipruten mit 9m Länge, die um die 20€ kosten.

    Bezugsquelle: Askari http://www.angelsport.de
    Modell: Silverman Stigma Pole 9m

    Grüße wolv_007

  3. Anonymous sagt:

    Moin Nordwind,

    nach dem mir an diesem Wochenende zwei Petlinge in ca. 6 und 8 m „entwischt“ sind , habe ich diese Anleitung gleich mal als Vorbild genommen und werde das ganze nachbauen. Angeln sind genug vorhanden, als Angler hat man da keinen Notstand an Stippruten 😉 Vielen Dank für den tollen Artikel.

    VG aus Potsdam
    Der Nasengnuf

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