{"id":11315,"date":"2023-11-18T04:45:33","date_gmt":"2023-11-18T04:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/nordwind.info\/?page_id=11315"},"modified":"2023-11-18T04:48:24","modified_gmt":"2023-11-18T04:48:24","slug":"bovenden-tanzparadies","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/nordwind.info\/?page_id=11315","title":{"rendered":"Bovenden, Tanzparadies"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Objektname: Ausflugslokal Mariaspring<\/li>\n<li>Bezeichnung: Mariaspring, Mariechen H\u00fcpf<\/li>\n<li>Ortslage\/LK: Bovenden, OT Rauschenwasser, Mariaspring, LK G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Nutzung: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a01800 &#8211; 1935\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Tanzlokal,\u00a0Treffpunkt der Studenten aus G\u00f6ttingen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ist-Zustand: \u00a0Von dem Tanzlokal sind einige Nischen am Berghang erkennbar.\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>In dem Geb\u00e4ude befindet sich heute die Heimvolkshochschule Mariaspring.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Recherchen: \u00a02013 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Exkursion: \u00a0 \u00a015.08.2013<\/li>\n<li>Fundstellen: \u00a0<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mariaspring\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>,<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Siedlung im Bereich des Quellteiches von Mariaspring muss sp\u00e4testens seit dem ausgehenden Mittelalter bestanden haben, denn im Jahr 1483 wird eine Kapelle to Marienspringe erw\u00e4hnt.\u00a0Um 1800 entwickelte sich Mariaspring, im Volksmund auch Mariechenh\u00fcpp genannt, zu einem beliebten Ausflugsziel f\u00fcr G\u00f6ttinger B\u00fcrger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 1797 &#8211; 1798 unternahm der \u201eLeibmedicus\u201c Strohmeyer mit ehemaligen Patienten Landpartien zu idyllisch gelegenen Orten, um dort Erholung und Zerstreuung zu finden. Zu diesen meist im Mai abgehaltenen Partien fanden sich immer mehr Freunde und Bekannte, die mit in die Umgebung von G\u00f6ttingen fuhren. So auch im Jahre 1799, als Strohmeyer mit seinen Ausfl\u00fcglern zu der Mariaspringquelle fuhr. Er bestellte Musikanten, Getr\u00e4nke und eine warme Suppe. Die Veranstaltungen fanden so gro\u00dfen Anklang, dass man beschloss, \u00f6fter hierher zu fahren. Die Betreiber der dortigen Papierm\u00fchle er\u00f6ffneten aus diesem Grund im Jahre 1804 eine Gastst\u00e4tte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11317\" src=\"http:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies1.jpg 640w, https:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies1-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den H\u00e4ngen der Umgebung wurden B\u00e4nke aufgestellt und eine Tanzfl\u00e4che angelegt. Da der Ort sehr romantisch gelegen war, wurde er schnell popul\u00e4r. Bereits f\u00fcr 1831 ist \u00fcberliefert, dass die Studenten und G\u00f6ttinger B\u00fcrger sich mittwochs und freitags dorthin begaben.In aller Regel fuhr man mit geschm\u00fcckten Kutschen vor. Als G\u00f6ttingen 1854 an die Eisenbahn angeschlossen wurde, wurde die Bahn eines der Hauptverkehrsmittel f\u00fcr den Transport nach G\u00f6ttingen.\u00a0Der Andrang war teilweise so gro\u00df, dass Sonderz\u00fcge eingesetzt werden mussten. Als vor dem Ersten Weltkrieg \u00fcberlegt wurde, in G\u00f6ttingen eine Stra\u00dfenbahn zu bauen, gab es ernsthafte \u00dcberlegungen eine Haltestelle in Mariaspring einzurichten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11318\" src=\"http:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies.jpg 640w, https:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um einen guten Platz zu ergattern, trafen die ersten G\u00e4ste teilweise bereits um 9 Uhr morgens ein, um 15 Uhr waren alle Pl\u00e4tze besetzt. Um diese Uhrzeit begann die \u00f6rtliche Kapelle mit dem Konzert, und gegen Abend begann der Tanz, der meistens zwischen 22 und 24 Uhr beendet war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere die Verbindungsstudenten nutzten Mariaspring intensiv. Sie hatten ihre unangefochtenen Stammpl\u00e4tze neben der Tanzfl\u00e4che. Dabei wurden die Fahrer mit Geld animiert, so schnell wie m\u00f6glich zu fahren, um vor allen anderen dort zu sein. Es gab kaum einen G\u00f6ttinger Studenten, der nicht in Mariaspring war. So gelangte dieser Ort auch au\u00dferhalb der G\u00f6ttinger Umgebung zu einem hohen Bekanntheitsgrad. Angeblich soll eine aus New York abgeschickte Karte mit der Adressangabe Mariaspring-Deutschland ihr Ziel erreicht habe.\u00a0Die Besucherzahlen stiegen bis zum Jahr 1914 kontinuierlich an. W\u00e4hrend des Krieges ruhte der Betrieb, wurde aber 1919 wieder aufgenommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11320\" src=\"http:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies-2.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies-2.jpg 640w, https:\/\/nordwind.info\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Tanzparadies-2-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den H\u00f6hepunkt seiner Geschichte hatte die Gastwirtschaft zu Beginn der 20er Jahre. 1927 brannte ein Teil der Geb\u00e4ude in Mariaspring ab. Sie wurden in einem gr\u00f6\u00dferen Stil wieder aufgebaut. Allerdings gingen die Besucherzahlen in den Folgejahren stark zur\u00fcck, wohl auch bedingt durch die wirtschaftliche wie politische Situation, insbesondere die Verfolgung der Studentenverbindungen durch die Nationalsozialisten ab 1934, die im \u00fcbrigen auch die Zahl der Studierenden insgesamt aus politischen Gr\u00fcnden reduzierten.<\/p>\n<div align=\"left\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ende f\u00fcr Mariaspring kam 1935.\u00a0Mit dem Verbot der Studentenverbindungen wurde der Gastst\u00e4tte auch die Haupteinnahmequelle genommen. Zun\u00e4chst wurden die historische M\u00fchle und das alte Gasthaus verkauft und in Wohnungen umgewandelt. 1942 wurde in dem neu errichteten Geb\u00e4ude ein BDM-Heim (Bund Deutscher M\u00e4del) eingerichtet. Seit 1952 ist hier eine Heimvolkshochschule untergebracht.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Objektname: Ausflugslokal Mariaspring Bezeichnung: Mariaspring, Mariechen H\u00fcpf Ortslage\/LK: Bovenden, OT Rauschenwasser, Mariaspring, LK G\u00f6ttingen Nutzung: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a01800 &#8211; 1935 Tanzlokal,\u00a0Treffpunkt der Studenten aus G\u00f6ttingen Ist-Zustand: \u00a0Von dem Tanzlokal sind einige Nischen am Berghang erkennbar. 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